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Wischmopp


Der technische Fortschritt ist nicht nur beim Telefonieren und Autofahren zu spüren, auch in der Reinigung gibt es erhebliche Veränderungen bei den Reinigungstextilien.

Für die Herstellung der Reinigungstextilien wurden in früheren Zeiten hauptsächlich Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen verwendet. Heute findet man dagegen Kunstfasern wie Polyester, Polyamid, Viskose und Mikrofasern in der Produktion von Reinigungstextilien. Diese Fasern erleichtern die Anwendung und erhöhen den Wirkungsgrad.     

Für den Fußboden wurden neben Schrubber und Schmierseife Baumwolltücher zur Wasseraufnahme verwendet. Später kamen der Spagetti-Mopp und einige Zeit danach   Flachwischbezüge zum Einsatz.

Die Flachwischbezüge aus Baumwolle hatten den Vorteil, dass die Fläche gleichmäßiger mit weniger Kraftaufwand bearbeitet werden konnte. Im Prinzip waren diese Moppbezüge nicht mehr als reine Wasserträger. Aufgrund ihrer Saugfähigkeit konnte Reinigungslösung aufgetragen und schmutzige Reinigungslösung wieder aufgenommen werden. Der Reinigungseffekt erfolgte durch mechanische Wirkung durch die Reinigungskraft. Jeder, der bereits einmal einen nassen 50cm – Baumwoll-Mopp über eine nicht homogene Oberfläche geführt hat, dazu im 8 er – System wischen soll, weiß sehr wohl, dass diese Tätigkeit mit gewaltiger körperlicher Anstrengung verbunden ist.

Bei den modernen Mopp-Bezügen übernimmt in der Regel die Viskose die Funktion der Flüssigkeitsaufnahme und Abgabe, wogegen die Mikrofasern und Polyester für die Reinigungsleistung zuständig sind.     

     

Warum ist gerade die Mikrofaser so effektiv in der Reinigungsleistung?     

Der Grund liegt in der Struktur der Mikrofaser. Die Mikrofaser ist so fein, dass 1 g dieser Faser abgewickelt länger als 9000 m sein muss. Diese Feinheit der Faser ermöglicht ein Eindringen in kleinste Poren und Unebenheiten der Reinigungsflächen, während normale Fasern lediglich darüber hinweg gleiten können. Die aktive Reinigungsoberfläche der Mikrofaser beträgt ca. das 40 fache einer normalen Faser.

Zusätzlich entsteht durch diese Mikrostruktur ein so genannter  Kapillareffekt. Dieser Kapillareffekt sorgt dafür, dass die Oberflächenspannung des Wassers gebrochen wird und somit die Schmutzflotte in das Gewebe eindringt. Das Brechen der Oberflächenspannung des Wassers ist auch der Grund dafür, dass die Mikrofaserprodukte mit wenig oder gar keiner Chemie auskommen.

Wasser hat eine natürliche Oberflächenspannung. Dies lässt sich am Beispiel eines vollen Wasserglases am besten nachvollziehen. Wie jeder weiß, ist es möglich, durch vorsichtiges Auffüllen ein Wasserglas randvoll mit einem kleinen Berg zu füllen. Bricht man die Oberflächenspannung, wird sofort das Wasser über den Rand hinaus laufen.

 

Die Reinigungsmittel sorgen neben vielen Schmutz lösenden Aufgaben dafür, dass die Oberflächenspannung gebrochen wird.

Wischen Sie eine glatte Oberfläche mit klarem Wasser und einem Schwammtuch, so werden Sie anschließend Wasserflecken von abgeperlten Wassertropfen auf der Oberfläche vorfinden. Mit etwas Spülmittel im Wasser trocknet die Oberfläche gleichmäßig ab und mit einem feuchten Mikrofasertuch wird die Oberflächenspannung aufgrund dieser feinsten Mikrofaser gebrochen und die Fläche trocknet ebenfalls streifenfrei.

Durch die Verwendung der modernen Mikrofasern in verschiedenen Kombinationen mit Viskose, Polyester und anderen Kunstfasern entstehen Mopp-Bezüge für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke. Diese neuen Fasern ermöglichen neue Reinigungsmethoden wie die Sprühreinigung, das einstufige Wischen oder das klassische zweistufige Wischen.

In der Kombination mit neuen Reinigungschemikalien sind das Sprühverfahren sowie das einstufige Wischen  qualitativ hochwertig möglich. Allerdings ist nicht jede Kombination von Bodenbelag, Chemie und Mopp-Bezug zur Anwendung geeignet. Die Fußböden sollten in der Regel eine homogene Oberfläche aufweisen. Bei der Chemie ist wichtig, darauf zu achten, dass bei elastischen Bodenbelägen regelmäßig ein Pflegefilm aufgetragen wird und der richtige Mopp-Bezug eingesetzt wird. Je größer die grobe Verschmutzung des Bodens ist, umso höher sollte der Viskoseanteil des Mopp-Bezuges zum besseren Wassertransport sein. Je offener die Poren sind, desto mehr sollte sich der Anteil der Mikrofasern erhöhen.

Grundsätzlich ist es so, dass die Mikrofaser mit wenig Feuchtigkeit wesentlich effektiver arbeiten kann als mit viel Feuchtigkeit. Diese Tatsache ist mit einem Aquaplaning-Effekt zu erklären. Dort, wo ein Wasserfilm entsteht, wird auch die Mikrofaser über die feinen Poren hinweg gleiten, ohne eine Tiefenwirkung erzielen zu können.

Theorie und Praxis klaffen, wie allgemein bekannt, oft auseinander.

Fakt ist, dass Sie mit Hilfe von modernen Reinigungstextilien die körperliche Belastung der Reinigungskräfte erheblich reduzieren und gleichzeitig die Reinigungsleistung verbessern können.

Falls Sie sich für einen neuen Mopp-Bezug entscheiden wollen, testen Sie von verschiedenen Herstellern verschiedene Mopp-Bezüge.

Die Anwendungstechniker der Lieferanten beraten Sie in der Regel gern, welcher Mopp-Bezug für welchen Reinigungsbereich optimal ist. In der Zwischenzeit sind fast alle Hersteller in der Lage, für unterschiedliche Aufgabenstellungen die passenden Mopp-Bezüge zu liefern. Besonders im Sanitärbereich oder bei den elastischen Hartbelägen haben Sie vollkommen unterschiedliche Anforderungen an den Mopp-Bezug.    

Bei den Tüchern für die Oberflächen verhält es sich ähnlich wie bei den Mopp-Bezügen. Durch die Mikrofaser erhöht sich der Reinigungseffekt erheblich. Leider stellen wir in der Praxis immer wieder fest, dass die Mikrofaser nass wie ein Schwammtuch zur Anwendung kommt. In einem solchen Fall ist die hohe Investition in ein Mikrofasertuch eine Fehlinvestition.

Wenn das Mikrofasertuch lediglich feucht eingesetzt wird, kann es seine volle Stärke ausspielen und beachtliche Wasser-, Chemie- und Zeiteinsparungen bringen.

Es ist immer schwierig, ein Reinigen „ohne“ Wasser durchzuführen. Dies bedeutet einige Überwindung. Wer es jedoch ausprobiert hat und gleichzeitig mit der Falttechnik arbeitet, wird begeistert sein.

Für alle, die zur Beruhigung trotzdem Flüssigkeit mit sich führen wollen, können sich mit einem Sprühkännchen ausstatten, um so klebende, fest haftende Verschmutzungen punktuell Wasserauftrag lösen zu können.  

Beim Waschen von Mikrofaserprodukten ist einiges zu beachten. So sollte auf  Bleichmittel wie Chlor verzichtet werden. Durch Chlor wird die Struktur der Mikrofaser verändert und die Reinigungswirkung ist nicht mehr optimal. Ebenfalls sollte kein Weichspüler verwendet werden. Dieser verhindert die statische Ladung und verklebt die Poren.

Beim Waschen und Trocknen zieht die Mikrofaser Flusen regelrecht an, daher nach Möglichkeit nicht mit anderen Textilien waschen und trocknen.

Wenn Sie diese Hinweise berücksichtigen, werden Sie lange Zeit Freude an Ihren Reinigungstextilien haben.


Autor / Verantwortlich:  Andreas Fillinger