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Spülmittel


Schaut man mal auf die Rückseite seiner Spülmittelflasche, so findet man oft folgende oder ähnliche Deklarationen:

pH-hautneutral
15-30% anionische Tenside
unter 5% nichtionische Tenside
amphotere Tenside
Duft-, Hilfs- und Farbstoffe, sowie Konservierungsmittel
Tenside sind schnell und gut biologisch abbaubar

Viele Spülmittel enthalten noch zusätzlich hautpflegende Substanzen und man liest z.B. mit Plantaren, mit hautpflegenden Substanzen aus Olivenöl, oder die Tenside sind besonders mild und hautschonend.
Ich möchte einmal versuchen zu erklären, welchen Sinn und Zweck die oben aufgeführten Inhaltsstoffe in einem Spülmittel haben und möchte in diesem Zusammenhang einmal darauf hinweisen, daß an unsere Spül-, Wasch- und Reinigungsmittel sehr hohe Anforderungen gestellt werden, wie z.B. möglichst umweltverträglich, möglichst geringe Dosierung, hohe Leistungsfähigkeit und hautfreundlich...

Spülmittel sind generell Reinigungsmittel mit einem sehr hohen Anteil anionischer Tenside. Aniontenside kann man als "Arbeitstiere" in jedem Spülmittel, normalen Waschpulver und Haushaltsreiniger ansehen. Sie wirken als Netzmittel (sorgen dafür, daß das Wasser nicht einfach vom Teller oder Glas abperlt) und setzen die Oberflächenspannung des Wassers herab. Aufgrund dieser Eigenschaft werden sie auch als grenzflächenaktive Substanzen bezeichnet. Sie reichern sich an der Grenzfläche Wasser/Luft an, wobei der hydrophobe (der nicht wasserliebende Teil) aus dem Wasser herausragt. Aniontenside neigen zur sogenannten Micellenbildung. Diese kann man sich wie kleine Hohlräume bzw. Kugeln vorstellen, die aus mehereren Tensidmolekülen gebildet werden. In diese Hohlräume werden beim Reinigungsvorgang z.B. Schmutzpartikelchen eingelagert. Die Schmutzteilchen werden vom Reinigungsgut abgelöst und können, ohne sich erneut dort festzusetzen mit dem Spülwasser abtransportiert werden.
Zu den Aniontensiden zählt man sowohl Seifen, als
auch Syndets. Seifen sind härteempfindlich und in Verbindung mit kalkhaltigem Wasser bilden sich sogenannte Kalkseifen, die waschunwirksam sind. Syndets hingegen sind nicht so härteempfindliche Aniontenside und werden häufig anstelle von richtigen Seifen in Wasch-, Reinigungs- und Körperpflegeprodukten verwendet.

Weiter kommen im Spülmittel nichtionogene Tenside vor. Diese Tensidgruppe verträgt sich sehr gut mit den Aniontensiden. In Verbindung mit den Aniontensiden entsteht ein sogenannter synergistischer Effekt. Das heißt auf deutsch, wenn man diese beiden Tensidarten zusammen einsetzt, so wird die Reinigungsleistung durch die nichtionogenen Tenside verstärkt. Die Tenside unterstützen sich gegeseitig und sind gemeinsam wirksamer als eine Tensidgruppe allein. Sie sind zudem unempfindlich gegen Härtebildner (Kalk) und haben ihr Wirkungsoptimum im niedrigen Temperaturbereich. Nichtionogene Tenside haben ein geringes Schaumvermögen und finden überall dort Einsatz, wo eine hohe Mechanik gefragt ist. Dies ist beim Spülmittel der Fall. Nichtionogene Tenside sind übrigens sehr gut biologisch abbaubar und in allen pH-Bereichen einsetzbar.

Im Spülmittel ist noch eine weitere Tensidgruppe enthalten, nämlich die sogenannten Amphotenside. Sie dienen als Schaumstabiliatoren und wirken antimikrobiell. Außerdem tragen auch sie zu einer verbesserten Reinigungswirkung bei. Weiter werden ihnen hautpflegende Eigenschaften nachgesagt. Sie sollen zu einer besseren Hautverträglichkeit beitragen. Deshalb sind sie auch in vielen Körperpflegeprodukten, wie z.B. in Shampoos enthalten. Diese Tenside sind unempfindlich gegen Kalk und gut biologisch abbaubar, allerdings haben sie den Nachteil, daß sie sehr teuer sind.

Ein weiterer Bestandteil von Spülmitteln ist Alkohol. Der Alkohol im Spülmittel hat mehrere Funktionen: Er dient als Lösungsvermittler, d.h. eine seiner Aufgaben besteht darin, die Rohstoffe des Spülmittels klar in Lösung zu halten. Außerdem steigert er
die schmutzlösende Kraft der Tenside und trägt zu einer erhöhten Lagerunggstabilität bei.

Da Spülmittel wäßrige Tensidformulierungen sind, die lange lagerfähig sein müssen, erklärt es sich von selbst, warum der Einsatz von Konservierungmitteln notwenig ist.

Duftstoffe im Spülmitteln verleihen diesem zum einen seinen produktspezifischen Geruch und zum anderen tragen sie dazu bei, unangenehme Gerüche aus dem Spülwasser zu überdecken, und vom Geschirr zu vertreiben, wie z.B. Fischgeruch.

 

Man unterscheidet: Handspülmittel und Maschinenspülmittel


Autor / Verantwortlich:  Andreas Fillinger